St. Jodok-Ritt ...

... zweitgrößte Pferdewallfahrt Bayerns.
... findet an jedem 4. Sonntag im Juli statt.


Die Wallfahrt zur Sankt Jodokkirche nach Tännesberg hat für das Kirchlein am Eingang des Tännesberger Waldes schon immer eine große Rolle gespielt. So war es auch selbstverständlich, dass sich die Tännesberger Pfarrkinder in ihrer Not an den heiligen Jodok wandten.



Entstehung und Geschichte


Im Jahre 1796 herrschte eine schreckliche Viehseuche im Marktflecken. In kurzer Zeit fielen 200 Stück Hornvieh der Seuche zum Opfer. In ihrer Not pilgerten die Bürger und Bauern, des weithin als Viehmarkt bekannten Ortes, zur Jodokkirche. Der heilige Jodok, der Schutzheilige gegen Pest und Seuchen, hatte den Bauern schon oft in ihrer Not geholfen. Der Besitzer auf dem Zeugmacherhaus (heutiger Besitzer: Familie Bartmann) brachte damals die erste Kuh durch und stiftete aus Dankbarkeit zu Ehren des heiligen Wendelin, des Heiligen für Viehkrankheiten, ein heute noch an der Straße nach Sankt Jodok existierendes Marterl. Die Tännesberger Bürger und Bauern gelobten, alljährlich in feierlicher Pferdeprozession zur Wallfahrtskirche St. Jodok zu ziehen.

Ursprünglich soll beabsichtigt gewesen sein, bei dieser Wallfahrt das gesamte Vieh mitzunehmen, was sich jedoch dann nicht verwirklichen ließ. Bereits damals wurde das Gelübde auf echt oberpfälzische Weise erfüllt. Nach der feierlichen Prozession und dem Gottesdienst feierte man ein „Birkerlfest“ mit Musik, wo auch die leiblichen Genüsse zu ihrem Recht kamen.
Jodokritt


Jodokritt
Tännesberg feierte und hielt den St. Jodok-Ritt fortan bis zum Jahre 1866. In diesem Jahr wurde er aus bisher nicht geklärten Umständen verboten. Trotz des Verbotes kann davon ausgegangen werden, dass der Brauch bis gegen Ende des Jahrhunderts eventuell auch in unregelmäßiger Folge durchgeführt wurde. Erst nach dem 2. Weltkrieg, im Jahre 1950, wurde die alte Tradition unter der Leitung von Karl Eckl und dem Geistlichen Rat Friedrich Reichl wieder aufgenommen.


Jodokritt

(Quelle, Bilder: Markt Tännesberg)

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